Radrennbahn Brandenburg a.d.Havel
Radrennbahn Brandenburg a.d.Havel
 

1990 - das Ende der DDR

Ein kurzes Intermezzo mit dem MODROW-Kabinet, die erste freie Wahl der Volkskammer mit dem Ergebnis  de Maizière-Regierung, die Wäh-rungsunion und schließlich die deutsche Wiedervereinigung am 3.Okt.

Aus der "Märkischen Volkstimme", die im Volksmund manchmal auch Meckerstimme genannt und nach der Übernahme "Märkische Allgemeine" getauft wurde. Da fällt das Wort "Zusammenrottung" auf. Ich dachte , dass ich das niemals wieder hören m

Mitte 1989 wurde der Wider-stand vieler DDR - Bürger gegen das marode politische System der reformunwilligen Nomenkla-tura in Politbüro, ZK der SED und Regierungsapparat auf allen Ebenen aktiv und passiv  immer stärker. Das Interesse an Alltäg-lichem ließ deutlich nach, wo-runter sicher auch  der Breiten-sport zu leiden hatte. Bei den Rennen auf Bezirksebene wurden die Felder immer kleiner. Auch die Arbeit in den Betriebssport-gemeinschaften hatte wohl einen "Knacks" bekommen, da vielleicht den Übungsleitern der Sinn nach etwas anderem stand, und viele schon anfingen, sich beruflich neu zu orientieren. Schließlich war es auch die katastrophal schlechte Versorgung mit "Radsportmaterial", die vielen Interessierten die Lust an die-sem schönen Sport nahm. Die Unterstützung reichte zum Schluss sicher nur noch für den Leistungssport. Einen Breitenradsport, wie ich ich Anfang der 60er noch erlebt hatte, als bei den Rennen im Bez. Magdeburg in den Jugend- und Männerklassen jeweils noch 25 bis 80 Fahrer in jeder Kategorie ihre Räder an den Start schoben, gab es nicht mehr.

Hier sollen noch ein paar Seiten des "Radsportlers" gezeigt werden, auch wenn kein Stadt-Brandenburger darin Schlag-zeilen machte.

Interessanterweise lese ich da Namen von Fahrern in den Kinder- und Jugendklassen aus dem Raum Potsdam, die ich später bei "Jedermannrennen" erlebte, als ich 2004 nochmals als "alter Herr" mit 57 Jahren aus Spaß in den Sattel stieg.

Jan Ullrich war noch erfolgreicher Jugenfahrer beim SC Dynamo Berlin. Andere hoffnungsvolle Talente sind im Trubel der Wende "verschütt" gegangen, denn deren Namen habe ich später nicht mehr gelesen. Wer weiß, was aus ihnen geworden wäre??

Nach der Wiedervereinigung begann in der untergegangenen DDR ein von der Treuhand geleiteter Umbau der Wirtschaft durch Privatisierung der VEB = Volkseigene Betriebe. Bei einigen gelang das gut, bei anderen weniger und viele wurden ab-gewickelt.

Der Gesamtverein "BSG Motor Süd Brandenburg" nahm wieder den Namen des legendären Brandenburger Ballsport-Club von 1905 (BSC 05) an. Die Sparten wurden übernommen. So nennt sich auch die Radsportsparte "BSC Süd 05", denn einen eigenen Verein gibt es bisher nicht. Am eigentlichen Leistungsrennsportbetrieb wurde nach der Wende  nicht mehr teilgenommen. Die Süd 05er sind aber sehr aktiv in der "Jedermann-Szene", und viele ehemalige Südrenner sind darin heute noch aktiv.

Besonders will ich hier Ronald Bertz erwähnen, einst selbst erfolgreicher Südrenner und Übungsleiter. Er hat sich nach der Wende beruflich neu orientiert, selbstständig und sein einstiges Hobby zum Beruf gemacht. In kleinen Schritten baute er sein "Radsporthaus" auf, welches Ankerzentrum für den in "Süd 05" umgenannten ehemaligen "Motor Süd" Brandenburg wurde.

Aber auch viele radsportliche Neu- und Wiedereinsteiger, zu welchen auch ich mich zähle, gingen in seinem gut sortierten Geschäft ein und aus und ließen sich von ihm beim Kauf vertrau-ensvoll fachmännisch beraten. Auch beim Aufbau der inzwischen breiten "Jedermann-Szene" hat er sich, natürlich gemeinsam mit vielen anderen, als Organisator und Sponsor  einen bleiben-den, guten Ruf erworben.

Das radsportliche Leben nach der Wende hat "Süd 05" auf seiner lesenswerten, interessanten, immer aktuellen eigenen Homepage dargestellt!