In eigener Sache:

Nachdem ich im Jahre 2004 im Alter von 57 Jahren nochmals mit dem Radsport im Jedermann-Bereich begonnen hatte, wollte ich eigentlich nur einige der vielen überflüssigen Pfunde los werden, die sich seit Ende meiner Zeit als Jugendfahrer 1965 bei der BSG Lok Haldensleben................... weiterlesen

 

Das Rietzer Einzelzeitfahren

15. und zugleich letzte Veranstaltung in diesem Format

 

Seit Jahren, aber spätestens seit 2007, ist diese radsportliche Veranstaltung im „Jedermann-Bereich“ in der Stadt und im Land Brandenburg, aber auch darüber hinaus, ja sogar bis in die Schweiz und die USA bekannt und sehr geschätzt. Stellvertretend für die vielen „großen und kleinen“ Helfer, Männer, wie Frauen, soll hier der Ideengeber und „Motor“ diese Events genannt werden: Holger Jurich.

Wie einst, der wohl bekannteste DDR-Radsportler, „Täve Schur“, der als Lehrling zur Arbeitsstelle als Jugendlicher von Heyrothsberge die 7 km nach Magdeburg mit einem alten Linienbus „um die Wette“ fuhr, nahm Holger seine Zeiten, wenn er auf der Landstraße in Richtung seiner Arbeitsstätte zwischen Rietz und Prützke unterwegs war. Daraus entstand die Idee, sich mit einigen Radsportfreunden auf diesem Kurs im „Zeitfahren“ zu messen, das er dank seines „Trainings-vorsprungs“ in den Jahren 2005 und 2006 erfolgreich als Sieger tat. Nur ein kleines Häufchen von Enthusiasten fuhr damals die halbe Distanz (5,9 km), und alle hatten dabei „Blut geleckt“!

Ab 2007 hieß es dann Klotzen, nicht Kleckern. Holger scharte Mitstreiter um sich. Es erfolgte eine offizielle Ausschreibung, und im Gewerbegebiet des Rietzer Berges am südlichen Rande von Brandenburg fand sich ein idealer Start-/ u. Zielplatz. Die Fa. Metallbau Windeck bot großzügig ihre Unterstützung zur Nutzung ihrer Toiletten usw. an. Unter der Federführung des KSB Potsdam Mittelmark und mit Unterstützung durch die Gemeinde, der Frw. Feuerwehr Rietz und einiger weiterer in den Ausschreibungen genannter Sponsoren wurde die Grundlage geschaffen, das sich von Jahr zu Jahr erweiternde „Radsportfest“ zum Saisonauftakt zu finanzieren und auszugestalten. Dazu gehörten die Zeltüber-dachung, die Computer- und Audiotechnik, sowie die spätere elektronische Zeitnahme im Start-/Zielbereich. Besonders müssen an dieser Stelle die Mitglieder des SV Wasserfreunde Brandenburg, Abt. Triathlon hervorgehoben werden. HolgersHausmacht“ hat einen Großteil der umfangreichen Kleinarbeit erledigt, ohne die bekanntlich gar nichts läuft. Die Damen der Feuerwehr Rietz sorgten immer für schmackhafte Beköstigung. Die Atmosphäre hatte bis zum Schluss regelrechten Volksfestcharakter. Eine eloquente, gut gelaunte Moderation von Holger Jurich im Wechsel mit anderen, bei der die oft interessante sportliche Vita der auch schon älteren Starter und Starterinnen genannt wurde, trug immer zur guten Stimmung bei. Von Jahr zu Jahr wurde versucht, durch originelle Neu-erungen das Rennen weiter zu beleben, wie z.B. Start von einer Rampe oder das Vierrad-Team, sowie ein radelnder Feuermann, die mit Rundumleuchte den Kurs vor den Rennen eröffneten. 2014 stattete der legendäre „Tour-Teufel Didi Sempft“ dem Einzelzeitfahren einen Besuch ab. Inzwischen etablierte sich ein eigener „Didi 2“. Es gäbe hier von den 13 Großveranstaltungen ab 2007, an denen ich selbst 10mal aktiv teilgenommen habe, noch viel zu berichten. Auf dieser Homepage habe ich über die Jahre vieles in Wort und Bild festgehalten und hinterlegt, was bei Interesse dort gefunden werden kann.

 

 

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5. März 2022

Erich Peter auf der Ehren runde 1952 im Stadion der Bauarbeiter in Magdeburg. Foto privat

Zum Andenken an Erich Peter: 

11.Juli 1926  bis 18. Februar 2022

 

Heute erreichte mich durch die Anzeige in der BRAWO die traurige Nachricht, dass Erich Peter am 18. Februar nach einem langen, wie ich weiß ereignisreichen Leben, im 96. Lebensjahr verstorben ist.

Von Erich Peter erfuhr ich, als ein 1979 nach Brandenburg a.d.Havel aus beruflichen Gründen Zugezogener, erstmals in den 90er Jahren aus Zeitungsartikeln, welche der  hiesige Journalist, Manfred Lutzens,  von Zeit zu Zeit in einer hiesigen Lokalzeitung zur Erinnerung an die Radsporttradition der Stadt und die beiden einstigen bahnradsportlichen Lokalmatadore  Erwin Rüdiger  und  Erich Peter, geschrieben hat. Beide Männer, die auch als Cousins verwandt waren, hatten in den Jahren nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg dem Radsport in der Havelstadt neuen Glanz verliehen.

Ich selbst habe ja, wie auf meiner Homepage seit 2011 ausführlich beschrieben, nach 40 Jahren Pause, animiert durch meinen Sohn, nochmals 2004 mit dem Straßenradsport im Jedermann-Bereich begonnen. Gleichzeitig begann ich mich intensiv mit der radsportlich sehr interessanten Geschichte meiner neuen Heimat zu beschäftigen und die begonnene Homepage um diesen Teil zu erweitern. Als in meiner Jugendzeit einst eifriger Leser der DDR-Radsportzeitun-gen, Radsport-Woche und Rad-sportler, erinnerte ich mich an einen Mann mit Namen Gustav Gräben, einem Brandenburger Radsportler, der das über 300 km lange legendäre Rennen „Rund um Berlin“ der ersten beiden Ausgaben 1892 und 93 gewonnen hatte. Nach Befragungen einiger hiesiger Radsportler musste ich feststellen, dass der jüngeren Generation dieser Name völlig unbekannt war, sicher auch deshalb, weil nach der Neugründung eines Radsportvereins, die 1946 erfolgt war, hier keine intensive Traditionspflege betrieben wurde. Einzelheiten dazu finden sich unter dem Button „BSG Motor Süd“.

Meine Hoffnung klammerte sich nun an Erich Peter, den inzwischen über 90jährigen, der damals gar nicht so weit entfernt von mir wohnte. Ich rief ihn an und erreichte einen ausgesprochen freundlichen und gesprächigen Mann am anderen Ende der Leitung. Wir machten einen Besuchstermin aus, dem dann noch einige weitere folgen sollten. Oft war auch seine ebenfalls hochbetagte Ehefrau Helga bei den Gesprächen dabei, und die ca. 2 Stunden vergingen immer wie im Fluge.

In Sachen Gustav Gräben konnte er mir aber auch nicht weiterhelfen, auch wenn beide Brandenburger in den 30er Jahren noch Zeitgenossen in unserer Stadt waren, der inzwischen alte Gustav Gräben in der Steinstraße in seinem kombinierten Zigarren-/ Tabak- und Fahrradladen und der junge Erich aus der Potsdamer Straße, dessen Herz jedoch damals für den Fußball schlug.

Ich habe ganz viel über den Radsport der 40er und 50er Jahre in der Stadt und dem Land mit dem gleichen Namen Brandenburg, sowie in Mitteldeutschland durch Ihn erfahren. Er besaß mehrere gebundene Jahrgänge von Rad-sportzeitungen der frühen DDR, sowie sehr viele beschriftete Fotos aus der Zeit der Betonradrennbahn an der Brielower Straße, auf der auch eine Reihe bekannter DDR-Spitzenradsportler vor bis zu 8000 Zuschauern häufig starteten. Nicht zuletzt zeigte er mir einen großen Beutel mit zusammengefalteten Sieger-schleifen und sein Auswahl-Trikot der DDR-Bahnradsportnationalmannschaft, deren Mitglied er eine Zeit lang in den 50ern war.

Befreundet war er u.a. auch mit dem bekannten und sehr erfolgreichen DDR-Straßenfahrer und Friedensfahrtteilnehmer, Rudi Kirchhoff, der auch aus Brandenburg stammte. Namhafte Radsportler seiner Zeit, mit denen er seine Kräfte maß, waren: 

Neye, Schwinzert, Popke, Dinter, Malitz, Löffler, Sternberg, Olden-burg und Sawatzki, um nur einige Namen zu nennen. Auch bei Straßen-rennen war er erfolgreich.

Seine Kinder- und Jugendjahre, die er als unbeschwert und schön beschrieb, wurden abrupt abgebrochen durch die Einberufung zu dem längst verlore-nen ZweitenmWeltkrieg. Nach kurzer und harter Ausbildung in Ostpreußen wurde er noch in die Hölle der Kämpfe in der Norman-die abkommandiert, wo noch 25000, meist sehr junge deutsche Soldaten bei der Schlacht im Kessel von Falaise den Tod fanden. Dabei hatte er fast noch „Glück“, denn er überlebte, wurde aber schwer verletzt und verbrachte 2 Jahre Kriegsgefangenschaft in Schottland.

Dort hätte er sogar bleiben können. Nach kurzer Zeit waren die jungen Gefangenen zur Arbeit eingeteilt worden, und er kam in eine Art „Gastfamilie“, zu einem kinderloses Ehepaar. Dieses hatte den sympathischen, groß gewachsenen jungen Mann, der inzwischen „fluently“ Englisch sprach in ihr Herz geschlossen und hätten ihn gern an Sohnes statt angenommen. Sie führten einen mittel-ständischen Betrieb und wollten diesen ihm dereinst gern übergeben. Doch das Heimweh und die Sehnsucht nach seiner Helga waren größer, und so zog es ihn nach der Entlassung mit zwar allerlei verkehrstechnischen Hindernissen auf kür-zestem Wege nach Hause zurück. Mehr hier nachzulesen

Als die beiden, Erich und Helga, vor etwa 2 Jahren in ein Pflegeheim nach Dahlen, am Rande des Flämings umzogen, mussten sie sich logischerweise von vielen Sachen trennen, die ihnen lieb und teuer waren. Darunter befand sich auch sein „radsportlichen Nachlass“. Diesen übergaben sie mir zu treuen Händen, um ihn in mein Archiv einzuordnen.

 

Der persönliche Kontakt brach durch die strengen staatlichen Maßnahmen wäh-rend der Corona-Pandemie leider ab. Wir schrieben uns gelegentlich und telefo-nierten auch miteinander. Sehr gern hätte ich die beiden dort noch das eine oder andere Mal besucht und aus längst vergangenen Radsportzeiten mit ihnen geplaudert.

Doch nun hat mein ältester Radsportfreund sein "Rad endgültig an den berühmten Nagel gehängt". Es ist ein bisschen Tragik dabei, wenn man Menschen, die man richtig mag und schätzen gelernt hat, erst sehr spät im Leben trifft. 

 

Erich Peter war solch einer. Ich werde mich immer mit Freude und Dankbarkeit an ihn erinnern!

 

Fritz Baars

 

"Corona", der große Spaß- und Spielverderber!

Die im nachfolgenden Schreiben enthaltene betrübliche  Nachricht  flat-terte vor einigen Tagen sicher vielen von  euch per Computer ins  Haus. Die Amateursportler in allen Sparten, so auch im Radsport, werden auf eine harte  Bewährungsprobe gestellt. Allerdings  könnte ich  mir  auch nicht vorstellen, unser schönes "Rietzer EZF" in einen "Maskenball" um-zuwandeln. Beim Zuschauen der sonst immer schönen Wintersportver-anstaltungen, besonders Biathlon und Skispringen, wollte bei mir dies-mal keine rechte Freude aufkommen. Deshalb finde ich die Entscheidung der Veranstalter richtig!

Auf dieser Seite sind die neuesten, den Radsport in unserer Region betreffenden Meldungen hinterlegt, die mir zu-gänglich und wichtig waren. Auch einige überregionale Infor-mationen sind dabei. Die letzten Jahre wurden archiviert. Einige Schlagzeilen sind zum Weiterlesen intern oder auch extern verlinkt.

Heute am 11. Juli, wird der z.Zt. älteste, ehemalige Radsportler der Stadt Brandenburg a. d. Havel 94 Jahre alt. Bei einem Telefonat mit seiner Ehefrau erfuhr ich, dass er seinen Geburtstag leider Im Krankenhaus verleben muss. Sein Gesundheitszustand habe sich aber etwas gebessert.

Ich wünsche unserem radsportlichen Altmeis-ter, sicher auch im Namen derer, die ihn noch kennen, auf diesem Wege alles Gute. mehr

In der Mitte von Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten (A. Einstein)

Alles hat irgendwie  mit allem zu tun! Erst waren es die abseits der kleinen Landstraße, Rietz --- Prützke, stattgefundenen Straßenbaumaßnahmen, welche das „Rietzer“ verhinderten und nun ist es ein weltumspannendes Problem, das auch wieder auf diese, für viele von uns zur schönen Tradition gewordenen  Veranstaltung, einen „Schatten“ wirft. Aber die Ereignisse, besser die immer neuen erlassenen Vorschriften und Maßnahmen, überschlagen sich von Tag zu Tag, sodass die Ent-scheidung des Veranstalters wohl völlig richtig ist, nicht den Termin um nur einige Wochen zu verschieben, sondern einen klaren Schnitt zu machen. Das bedeutet ja nicht das Ende des EZF.                                   

Unsere radsportlichen Vorväter haben da ganz andere, schmerzlichere „Pausen“ erleben müssen und trotzdem in ihrem Bestreben nie nachgelassen, einen mal gerissenen Faden sofort wieder zu knüpfen, als es wieder möglich war!                                     Unter dem Button „Radsport in Brandenburg an der Havel von 1884 bis 1945“  kann man darüber nachlesen.

Vielleicht sind aber bis zum Havel-Cup die strengen Auflagen etwas gelockert, und der Radsport in der Region kann wieder volle Fahrt aufnehmen.