Historisches über den Radsport

Karl Friedrich C.L. Drais, von W. Berggötz d.J 1891

Voraussetzung für den Rad- sport war natürlich zunächst die Erfindung des Fahrrades. 1761 benutzte ein Michael Kaßler eine hölzerne Lauf- maschine von Braunsdorf nach Bedra.  

In Paris habe 1790 der Fran- zose Comte Mede de Sirac ein Gestell aus Holz mit je einem Rad vorn und hinten verbunden und die Kreation "Velocifere" bezeichnet, was soviel wie   "Schnelltransporter" heißt. Damit habe es auch Wettbewerbe gege- ben.                        

Der Ausbruch des in Indonesien gelegenen Vulkanes "Tambora"  im Jahre 1815 zog eine globale Wetterverschlechterung nach sich, die auf der nördlichen Hemisphäre zu Mißernten geführt hat. Die drastische Erhöhung der Preise für Tierfutter soll auch die Droschkenfahrten erheblich verteuert haben. Bei der Suche nach Transportalternativen soll die Entwicklung des Fahrrades dadurch erheblich befördert worden sein. Einer dieser "Schrittmacher" war  der oben ab- gebildete Freiherr von Drais zu Sauerbronn, der 1817 auf seiner Laufmaschine von Mannheim nach Schwetzingen "fuhr", besser rannte. Mit ihm beginnt, nach heutiger Ansicht, die eigentliche  Entwicklung des Fahrrades, die damit im Jahre 2017  ihren 200. Geburtstag begeht!  

Ein Oberbergrat namens Joseph von Baader konstruierte eine "Draisine" mit Tretkurbel am Vorderrad. 1844 erhält der Engländer R.W. Thompson ein Patent  auf einen luftgefüllten Reifen. Der Schweinfurter Mechaniker Philipp Moritz Fischer fuhr  1853 durch Bayern mit einer von ihm konstruierten Fahrmaschine mit Kurbeln und Pedalen. 1861 bauen die französischen Stellmacher Michaux und Lallement eine Fahrmaschine mit vergrößertem Vorderrad, Kurbeln, Pedalen und massiven Gummireifen. Eine Gliederkette zum Antrieb von Velocipeden konstruierte 1865 der Franzose Sergent.

Nun waren alle wesentlichen Voraussetzungen geschaffen für den Beginn des  Wettstreits auf Rädern. 1868 wurde am 31.Mai der erste "Michaulinen-Wett- streit" im Park von St. Cloud durchgeführt - das war die Geburtsstunde des Radsport. Sieger wurde der Engländer: James Moore.

Am 7. November 1869 starteten an einem kühlen Herbsttag 202 Radfahrer zum ersten Straßenrennen der Welt auf der 123 km langen Strecke von Paris nach Rouen. Von ursprünglich 323 zogen 121 „Velocemen“, wie die Radfahrer da- mals genannt wurden, wegen der durch Regenwetter an zwei Tagen zuvor völlig aufgeweichten Straßen ihre Startmeldungen zurück. Die Strecke war hügelig. Es wurde auf  35 – 40 kg schweren Tretkurbelrädern gefahren, deren Vorderräder mit Metallbändern beschlagen 1 m Durchmesser nicht überschreiten durften. Als Sattel diente eine mit Roßhaar gefüllte Unterlage. Wegen des geringen Vorder- radumfanges musste schnell getreten werden. Der Kraftaufwand stand daher in keinem Verhältnis zur erlangten Schnelligkeit. Das  Ziel in Rouen erreichten nur 33 der Gestarteten. Auch hier hieß der Sieger James Moore, der für die Strecke  10:45 Std.  benötigte, was einem Stundenmittel von ca. 11,5 km/h entsprach.

 

 

Quelle: Bildbericht von A. Klimaschewski

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