Ergänzende Fakten zum Radrennfahren:        Gustav Gräben

Gustav Gräben, Tischler, Radsportler,    Geschäftsinhaber und    Vereinsversitzender des R.-V. "Sturmvogel" 1909 e.V.                                                           

Aber,  wer war  nun dieser  G. Gräben?                                                             

Nie wieder hatte ich über ihn etwas gelesen, und somit war „G. G.“ für mich ein bisschen zum Phantom geworden. Auch die ältesten noch lebenden ehemaligen Radsportler in der Stadt Bran- denburg, wie Erich Peter (90), kannten diesen Namen nicht. Das war also für mich  der Kenntnisstand  3/2016  und Anlass, auf intensivere Suche zu gehen! Durch die Nach- forschung in unserem Stadtarchiv, wo der „Brandenburger  Anzeiger“ (BA) seit seinem Erscheinen 1809 (1945 eingestellt) fast vollständig aufbewahrt wird, hat sich das nun glücklicherweise schlagartig geändert. Da las ich viele interessante mit alten Lettern geschriebene  Informationen über diesen Brandenburger Radsportpionier. Auf den in  Negativform mikroverfilmten Seiten finden sich meistens unter der Rubrik „Lokales“ Texte, die auch über lokale radsportliche sportliche Ereignisse berichteten. (Originalschreibweise immer kursiv hervorgehoben)

Es ging zunächst etwas mysteriös los. Im (BA) Nr.171 am 24.7. 1888 liest man: Brandenburger Radfahrer waren auf  Reisen. Im „Thüringer Hausfreund“, wohl so etwas wie die „Gartenlaube“, wird berichtet, daß 3 Herren aus Brandenburg mit dem Fahrrad auf dem Inselsberg angetroffen wurden. Drei Velocipedisten: Die Herren B., G. und Sch. seien mit dem Dreirad ohne Benutzung der Eisenbahn ab 10. Juli 1888 die Strecke:  Brandenburg - Dessau - Halle - Merseburg - Weißenfels - Naumburg- Kösen - Eckertsberg - Apolda - Jena - Kahla - Rudolstadt - Schwarzberg -  -Paulinzelle - Ilmenau - Schmücke (Schnee-kopf) - Oberhof - Tambach - Georgenthal  - Friedrichsroda-Inselsberg-von hier über Brotterode - Liebenstein - Ruhla nach Eisenach in 8 Tagen gereist.

Die Vermutung liegt nahe, dass sich hinter dem „G.“ bei einem der drei Verwegenen, die auch damals offenbar schon aus „Datenschutzgründen“ in der Zeitung nur mit den Initialen des Nachnamens benannt worden waren, der  Herr  Gräben verbarg.  Schließlich war für solch eine Reise doch eine sehr gute Kondition notwendig!

(BA) Nr.151 am 1.7.1892  *Radsport: Die Strecke Magdeburg-Berlin, die 150 Kilometer beträgt, wurde in der Nacht vom Mittwoch auf  Donnerstag in 6 Std. und 25 Min. zurück-gelegt. Verschiedene Mitglieder des „Brandenburger Radfahrer-Vereins „Vorwärts“  hatten gewettet, in 7 Std. von Magdeburg nach Berlin zu fahren. Ein Mitglied von „Vorwärts“ erklärte sich bereit, die Wettfahrt zu begleiten. Die Abfahrt war in Magdeburg Donnerstag früh um 1 Uhr.  Die Ankunft erfolgte 7 Uhr 25 Min. Der Fahrer hatte  also 150 km in 6 Stunden und 25 Min. zurückgelegt, dieses giebt eine Durchschnitt-Geschwindigkeit von 25 km in der Stunde. Der Fahrer benutze eine 17 kg schwere Ma- schine von Gebr. Reichstein.

In der Zeitungsmeldung stand auch, dass das Mitglied vom B. R.-V. „Vorwärts“, welches den schnellen Zeit-Fahrer begleitet hatte, in der Dunkelheit zweimal gestürzt sei, was schließlich zum Zusammenbruch seiner „Corona Fabri“– Maschine  geführt habe. Im (BA) Nr.153 wird in einem bitterbösen Leserbrief vom Besitzer und Chef des Corona-Werks, Adolf Schmidt, der Fahrer, der leihweise die Corona-Maschine gefahren habe, mit Herr G. bezeichnet. Im Übrigen sah er im  Bericht   den Versuch einer üblen Ge- schäftsschädigung und kündigte unabhängige Untersuchung des Fahrades an und formu- lierte nebulös: Jedenfalls wird dieses Manöver ein nicht gerade angenehmes Nachspiel finden.

Auch hier deutet das „G“ darauf hin, dass es sich wieder um „Herrn Gräben“ gehandelt haben könnte, zumal er zunächst Mitglied des Brandenburger R.-V. „Vorwärts“  war. (BA.Nr.184 am 8.8.1893) Dann endlich lüftete sich der "Vorhang" mit der Meldung: Am letzten Sonntag hielt der Brandenburger R.-V. „Vorwärts" von 1887“ eine Club-Dauerfahrt über 85 km ab:   1. Gustav Gräben   2 Std., 58 Min., 45 Sec., 2. Oskar Stern (2:58.46), 3. Ernst Scheller (3:06.13).

 Der Radfahrer-Verein. „Vorwärts“ hat also gezeigt, daß er sich nicht nur beim Saalfahren und Corso, sondern auch beim Dauerfahren in die Reihe der hervorragenden Vereine stellen darf. Hier las ich also erstmals explizit den Namen „Gustav Gräben“ als Sieger eines lokalen Rennens seines Vereins „Vorwärts“.

Ein Jahr später steht im  (BA.Nr.164 am 16.7.1894), dass der R.-V. „Vorwärts“ gestern sein diesjähriges Rennen über große Entfernung veranstaltete, wie im vorigen Jahr auf der Strecke:

Wieder siegte Herr  Gräben in 2:49.28 Std. vor Kaußmann (3:15.42), 3. Scheller (3:19.36). Er hatte die Durchschnittsgeschwindigkeit dadurch von 28,5 auf 30,1 km/h ge- steigert! . Auf Ahlert's Berg erfolgte darauf die Preisvertheilung zu welcher außer vom Verein gegebene Preise auch Herr Schmidt (Corona-Fahrrad-Fabrik) für die drei zuerst auf von ihm gelieferten Maschinen ankommenden Fahrern wertvolle Preise gewidmet hatte, dieselben wurden von den Herren Gräben, Kaußmann und Deickert erworben. In froher Stimmung über die schönen sportlichen Leistungen blieb der Verein noch lange beisammen.

 

Vereinswechsel: Vom B.R.V. "Vorwärts" von 1887 in den B.T.V. von 1896

   

(BA.Nr.118) Am 21. und 27. Mai  1896 passierten die Teilnehmer der Distanzwettfahrt Hannover-Berlin-Hannover über  300 km  vormittags Brandenburg,  u.a. dabei waren da- mals sehr bekannte Fahrer wie Köcher und Reckzeh aus München. Der B.-R..-V. „All Heil“  hatte hier im Gasthaus „Zum Schwan“die Zeitkontrolle übernommen  und die Fahrer verpflegt. Vielleicht war das auch die Initialzündung für die Gründung eines weiteren Vereins mit dem programmatischen Namen: Brandenburger-Tourenfahrer-Verein von 1896 (B.-T.-V.von 1896) in den auch Gustav Gräben eintrat. 

 (BA.,Nr.187, 11.8.1896) Meldung: Der B.-T.-V. von 1896 veranstaltete am 8.8.1996 ein Vorga-be-Rennen über 50 km  Brandenburg-Genthin und zurück mit 10 Startern: Sieger wurde in 1:40 Std. (vom Mal) Herr G. Gräben, 2. Herr Voß (1:42 ½ Std.), 3. Herr Meßler (1:50 bei 3 Min. Vg.).  Abends war die Preisvertheilung, so nannte man damals die Siegerehrung, im Saale des Herrn Brecht im Kreise der Damen und mit Freunden des Vereins  bei Musik und Tanz bis nach Mitternacht!

Wenig später (BA., Nr.210, 7.9.1896 wird gemeldet, dass bei der  Distanzfahrt „Rund um Berlin“ am Sonntag, dem 6.9.1896, bei welcher 48 Fahrer eine Strecke von 320 km  unter den denkbar schwierigsten Witterungs- und Wegeverhältnissen zurückzulegen hatten, Herr G. Gräben  aus Brandenburg  nach 14 Std. 19 Min. als erster  Sieger hervor ging. Er, sowohl wie sein Rad „Brennabor 14“  aus der Fabrik der Gebr. Reichstein, welches er ohne Wechsel auf der ganzen Fahrt benutzte, zeigten sich am Endziel in tadel-losester Verfassung.

                 (BA., Nr.223 am 22.9.1896)  erscheint ein Bericht von einer  Bezirksfahrt des Bez. II, Gau 20, am  20 Sept.  aus Anlass des 3. Stiftungsfestes der Neu-Ruppiner Radfahrer-Vereinigung „Wanderer“: Es wurde u.a. ein 25 km Rennen veranstaltet von Neu-Ruppin – Waisenkrug – Katerbow und zurück für Bundes-Mitglieder mit 13 erstklassigen Fahrern. Es gewann Herr Paul Kotsch von „Kyritzer Rad-fahrer-Verein“. Zweiter wurde Herr Fritz Schnelle vom B. R. V. „Vorwärts“v. 1887 und Dritter  Herr Gustav Gräben vom  B. T.-R.-V. v.1896. Alle fuhren auf Brennabor-Rädern.

               Der (B.A.,Nr.214 am 9.9.1897) berichtete, dass bei der Fernfahrt „Hamburg-Berlin“ über 258,8 km, veranstaltet von den Gauen: Hamburg, Berlin, Schleswig-H. und dem Deutschen-Radfahrer-Bund am 12.9. 1897 erneut 48 Fahrer am Start waren. Sieger wurde  Herr Gustav Gräben vom B.-T.-R.-V. v. 1896 in der vorzüglichen Zeit von 10 Std, 30 ½ Min. Der genannte Fahrer siegte auch 1896/97 bei der Fernfahrt  „Rund um Berlin“ über 320 km und dürfte den Anspruch darauf haben können, als bester Fernfahrer des Deutschen Radfahrerbundes bezeichnet zu werden. Er benutzte bei allen Fernfahrten Brennabor-Maschinen. Fahrer und Rad gingen bei allen genannten Fern- fahrten in tadelloser Verfassung durchs Ziel.

               (BA.,Nr.226 am 27.9.1897): Die Radfahrer Brandenburgs scheinen gegenwärtig eine gewisse Überlegenheit gegenüber den Fahrern der weiteren Umgebung zu besitzen, denn  jeder Sonntag bringt neue Siege von Brandenburgern bei den  Veran-staltungen des Gaus und den benachbarten Vereinen. 

             Herr Gustav Gräben und Reinhold Rößler, beide Mitglieder des B.-T.-R.-V. v.  1896, haben bei dem 10 km Gästerennen des Neuruppiner R.-V. „Wanderer“ bei einer Konkurrenz von 15 Fahrern mit ca. 1 km Vorsprung auf ihren Brennabor-Rädern den 1. und 2. Platz errungen.

           In der (Nr.241 des BA.) am 14.10.1897 erfährt man zum diesjährigen „Rund um Berlin“: Bei dieser Fernfahrt am 29.8.1897, bei der R. Engelhardt vor G. Gräben aus Brandenburg durch das Ziel gegangen war, wurde gegen Engelhardt sofort Protest wegen des Benutzens von Schrittmachern eingelegt. Der Vorstand des Gaues 20 (Berlin) hat nunmehr den Protest als berechtigt anerkannt und unter Disqualifikation Engelhardts Gustav Gräben den ersten Preis zuerkannt.

Bei seinen Siegen über die "langen Kanten"  Rund um Berlin 1896  über 320 km und Hamburg nach Berlin 1897 über 258,8 km lag der Schnitt bei 22,4 bzw. 24,6 km/h. Der finale Hinweis in einigen Rennberichten, dass er auf Brennabor-Rädern siegte, welche ohne Defect blieben und nach den Rennen noch in tadellosester  Verfassung  gewesen seien, kann als Hinweis gesehen werden, dass  die Fa. Reichstein seine Werbeträger sicher auch in irgend einer Form „gesponsert" hat.

               (BA.,Nr.113 am 16.5.18989) Der B-T.-R.-V. v. 1896 hat gestern den Reigen der sportlichen Veranstaltungen unserer Radfahrer-Vereine in diesem Sommerhalbjahr eröffnet. Es wurden 50 und 10 Kilometer-Rennen zur Hebung dieses edlen Sports in unserer Stadt veranstaltet, die in jeder Beziehung den wohlverdienten Erfolg zu verzeichnen hatten. Die besten Brandenburger Rennfahrer  bekamen Konkurrenz von Fahrern aus: Berlin, Charlottenburg, Potsdam, Rathenow, Havelberg, Spandau, Adlershof, Hötensleben, Nauen, Rixdorf, Friedenau, Kyritz und Magdeburg. Selbst aus dem benachbarten Herzogtum Anhalt, aus Cöthen, waren Sportsgenossen erschienen. Die am Vormittag eintreffenden Radler trafen sich im Vereinslokal des „B.-T.-R.-V“ im „Hotel zum Schwan“.  Um ½ 2 Uhr ordneten sich dort 160 Fahrer Radfahrer und Radfahrerinnen zu einer Corsofahrt. Eine Musikkapelle vornweg, durch die Stein-, Jacob- und Wilhelmsdorfer Straße in langsamen Tempo bis Wilhelmsdorf, wo das Rennen am Kilometer 6,8 seinen Anfang nahm. Die Rennen nahmen bei denkbar günstiger Witterung einen überaus guten Verlauf. Für die 50 km von Wilhelmsdorf nach Ziesar und zurück  waren 51 Meldungen eingegangen, während bei den 10 km 23 Fahrer starten wollten. Acht wertvolle Ehrenpreise waren für die 50 Kilometer-Rennen gestiftet worden, wobei der   1. Preis eine Standuhr im Werte von 75 Mk. repräsentirte. Als beste Fahrer gingen aus dem heißen Rennen hervor die Herren:

  1. Otto Hartung          Cöthen in                                                     1:35.49 Std.
  2. Alfred Görnemann Berlin vom  R.-V. „Sport“                            1:36.36 “
  3. Otto Barthel           Charlottenburg    R.-V. „Sport“                  gleiche Zeit
  4. Gustav Gräben      Brandenburg Tourenrennfahrer-Verein    1:38.31
  5. Franz Lenz            Radfahrer-Club „Wanderer“ Spandau       1:38.36
  6. Reinhold Rößler    Brandenburg Tourenrennfahrer-Verein     1:38.36 ½

Beim 10 Km-Rennen gab es  vier Ehrenpreise. Sieger  im Entscheidungslauf der Herren wurde

  1. Paul Gräfe          Radfahrer-Verein  „Blitz“ Rixdorf               19:33 1/5 Min.
  2. Paul Göricke     Brandenburg                                                  19:33.1/2  “
  3. Hans Dumzlaff   Brandenburger R.-V. „Vorwärts“                 19:54 ½     “
  4. V.H. Clävius      Cöthen                                                            19:55         “

Während  die "enragirten Sportsmen" am Start und Ziel standen und mit Spannung auf den Ausgang des Rennens harrten,

saß das übrige zahlreiche Publikum  im Garten des Herrn Rohmann auf das Beste bewirtet bei einem guten Glas Bier. Die bestplatzierten Fahrer erhielten nach dem Zieleinlauf große Kränze mit langen Schleifen. Dann erfolgte die Rückfahrt zum Vereinslokal gegen 7 Uhr. Die Ehrenpreise waren im schön decorirten Saal aufgebaut. Dort trafen sich Radler noch zu einem Commers. Beim offiziellen Commers gab es noch einige Concertstücke und einen Vortrag des Vereinsvorsitzenden, Curt Müller, der allen Gästen aus Nah und Fern für ihr Kommen dankte, die damit zur Verherrlichung des Festes beitrugen.

Dann kam es zur Preisverteilung. Ein  Concert und gemeinsamer Gesang hielt die zahl- reichen Sportsgenossen bis zur frühen Morgenstunde zusammen.

((BA.,Nr.116 am 20.5.1898): Im 10 Kilometer-Rennen von Ketzin mit Wendepunkt, welches der dortige R.-V. "Greif" am Nachmittag veranstaltete, nahmen auch wieder Brandenburger Radfahrer teil, die sehr gut abschnitten.  Die Gäste wurden im „Hotel zum Schwarzen Adler“ herzlich begrüßt. Dann ging es im Corso vom Vereinslokal zur Rennstrecke. 17 Fahrer traten an. Nach zwei Vorläufe über 3000 Meter kamen die vier besten Fahrer in den Endlauf. Den ersten Preis, eine Standuhr, erhielt nach heißem Kampf Gustav Gräben vom B.-T.-R.-Verein. Den zweiten Preis, einen Tafelaufsatz, wurde Ruhle vom Branden-burger R.-V. „Vorwärts“ zugesprochen, dritten Preis, ein werthvolles Schreibzeug, errang Eichler vom R.-V. „Victoria“ Nauen. Nach dem Rennen erfolgte im Vereinslokal die Uebergabe der Geschenke. Als Überraschung hatte Herr Fahrradhändler Müller aus Brandenburg noch einen prächtigen Ehrenpreis für den Sieger gestiftet. Den Abschluß bildete ein Festball.

(BA.,Nr.194 am 20.8.1898):  Unser Dauerfahrer, Herr Gustav Gräben, wird sich an dem 100 Kilometer-Rennen um die Herrenfahrer-Meisterschaft der Welt, welches in der Zeit vom 8.-11. September im Wiener Prater ausgefochten wird, betheiligen. Auch der bekannte Rennfahrer Fritz Ruhle von hier wird sich zum Rennen nach Wien begeben.

Bei dem 50 Kilometer-Dauerfahren, das vor mehreren Tagen in Leipzig abgehalten wurde, gewann Gräben in der Zeiten:  50 km in 1.07:27 4/5 Std.

             (BA.,Nr.196 am 23.8.1898): Die 100 Kilometer-Meisterschaft von Friedenau gewann am Sonntag mit 38 Rd. Vorsprung Herr Gustav Gräben auf seinem Brennabor-Rad in 2:20 Std. Gräben drückte den Amateur-Record um 14 Min.

(BA.,Nr.208 am 6.9.1898):  Bei den  Amateur-Meisterschafts-Rennen von Deutschland über 100 Kilometer, bei welchem der Brandenburger Gustav Gräben als Favorit galt, kam der- selbe bei den ersten drei Runden in Folge des strömenden Regens zu Fall und gab das Rennen gänzlich auf. Das Rennen gewann der auch hier bekannte Alfred Görnemann-Berlin  in 2 Std. 25 Min. 27 2/5 Sec.     

                                                               

Gustav Gräben wurde 1898 Vize-Weltmeister im 100-km-Steher-rennen in Wien!                             

(BA.,Nr.211,9.9.1898) Bei den gestrigen Rennen über 100 Kilometer um den Amateur-Weltmeisterschaft im Dauerfahren im Wiener Prater siegte der Engländer Cherry Dank der vorzüglichen Dunlop-Schrittmacher vor dem Deutschen Gräben-Brandenburg und dem Böhmer Hunek.

 (BA., Nr.179, 2.8.1899)  In Weißenfels gewann am Sonntag das 50 km-Rennen mit Schritt-macher der Brandenburger Herrenfahrer Gustav Gräben in 1:03.36 Std.

 

Die Eröffnung des Sportparkes mit einer Zement-Radrennbahn wirft ihre Schatten voraus. (BA.,Nr.186,10.8.1899)  Die Einweihung des Sportparks findet bekann- tlich am nächsten Sonntag  u.a.durch ein großes Wettrennen statt. Das Programm der Wettrennen ist folgendes:

1. Erstfahren 1000 m, 3 Preise  40, 20, 10 Mk., offen für Herrenfahrer:

2. Sportpark-Eröffnungsfahren 3000 m, 3 Preise 80, 40, 20 Mk.

3. Hauptfahren 10000 m mit eigenem Schrittmacher, 3 Preise  100, 50, 25 Mk.

4. Vorgabefahren 2000 m, 3 Preise 50, 25, 15 Mk.

5. Tandemfahren 3000m, 3 Preise  60, 30, 15 Mk.

Es haben bisher 60 Fahrer mit 156 Nennungen gemeldet.

Eine besondere Anziehungskraft wird das Hauptfahren über 10000 Meter ausüben, haben sich doch hierzu bedeutende Fahrer, a.A. Stamm-Cassel, Schneider-Leipzig und Gräben-Brandenburg gemeldet. Auch aus Berlin, Magdeburg, Turin, Potsdam, Stendal etc. tref- fen Fahrer ein, um sich dann am Wettrennne zu betheiligen.

(BA., Nr.189, 14.8.1899): Einweihung des Sportparks hat gestern Nachmittag einen überaus prächtigen Verlauf genommen. Nach dem Preis-Corso vom neustädtischen Mark, der  durch einige Straßen der Stadt  zum Sportpark führte, betheiligten sich viele einheimische und auswertige Radfahrer-Vereine. Tausende Besucher wohnten der Eröffnung bei. Die Rennen nahmen im Großen und Ganzen einen günstigen Verlauf. Mit allgemeiner Spannung wurde das Hauptfahren erwartet, hatte man doch zum ersten Mal Gelegenheit, Herrn Gustav Gräben von hier auch einmel als Renbahnfahrer zu sehen und zu bewundern. Mit Leichtigkeit und Eleganz schlug derselbe seine Concurrenten ohne jegliche Anstrengung, wofür ihm jubelnder Beifall seitens der Zuschauer entgegenge-bracht wurde. Auch das Brandenburger Tandenmpaar Seyfarth-Jacoby verdiente sich besondere Beachtung. Die Resultate der einzelnen Rennen:

1. Erstfahren 1000 m: 1. Paul Michaelis-Berlin (2:07 Min.) vor Alwin Hullach-Friedenau

2. Sportpark-Eröffnungsfahren 3000 m: Fritz Binge-Magdeburg (5:19.2Min.) vor M. Heiny-Berlin

3. Hauptfahren 10000 m: 1.Gustav Gräben-Brandenburg (12:55.2 Min.) vor M. Heiny Zehlendorf.

4. Vorgabefahren 2000 m: 1. Paul Damm-Leipzig (3:10Min.) vor Max Anders-Leipzig

5. Tandemfahren 3000m: 1. Damm-Anders-Leipzig (1:18 Min.) vor R. Lehr-M. Heiny-Berlin u. F. Seyfarth/Jacoby-Brandenburg

 

Mit dem Bau des Sportparks inklusive einer modernen Zement-Radrennbahn 1899 nahm der Bahnradrennsport in Brandenburg a. d. Havel einen weiteren Aufschwung.

Am 2. Pfingstfeiertag fanden viele Jahre die wichtigsten Rennen der Saison statt, zu denen die besten Berufsbahnradsportler  dieser  Zeit verpflichtet werden konnten.

So wird berichtet in (BA.,Nr.126,31.5.1900), dass das am 2. Pfingstfeiertag  im Sportpark   statt- findende internationale Radwettfahren bringt nach den heute eingelaufenen Nennungen eine Qualität von in- und ausländischen Fahrern an den Start, wie sie sonst nur  große Sportcentren, wie Berlin, Wien, Hannover, Köln etc., aufweisen können:  Paul Mündner, der populärste Rennfahrer Deutschlands, Lourion und Heller-Wien, das berühmte Flieger- und Tandempaar aus Oesterreich, L. Bocquillon-Paris, der nur unter Klasse 1a startet, Alfred Schneider-Leipzig, welcher als Berufsfahrer gleichfalls immer unter den Ersten am Ziele zu finden ist. Von Dauerfahrern,  möchten wir in erster Linie van Schonthoven, Meisterschaftsfahrer von Holland für 1899, nennen. Außer Winnemann-Hamburg, Nicodem-Prag, Sievers-Berlin welche sämtlich hinter Motorführung fahren, wird unser heimischer Fahrer Gustav Gräben, welcher sich in ausgezeichneter Form befinden soll, ebenfalls mit 2 Motorführungsmaschinen am Platze erscheinen. (B.A.,Nr.129,5.6.1900) Mit tiefem Bedauern wurde von gestrigen internationalen Rad- Wettfahren berichtet, dass trotz des Interesses am Start einer so großen Anzahl deutscher Fahrer von Ruf aus Berlin, Hannover und Leipzig, auch solche aus Frankreich, Holland und Oesterreich, dem Brandenburger Dauerfahrer Gustav Gräben in Folge eines Sturzes am 1. Feiertage in Weißenfels nicht vergönnt war, an dem 30 Kilometer-Rennen theilzunehmen. Hatten sich doch gerade hierzu viele Freunde und Bekannte des beliebten Fahrers eingefunden.

Seit Eröffnung des Sportparks Brandenburg 1899 mit seiner  Zement-Radrennbahn hat sich G. Gräben offenbar auf den Bahnradsport, insbesondere das Steherrennen hinter Motorrädern umgestellt, welches damals stark in Mode kam. Er wird in dieser Zeit auch als Berufsfahrer  beschrieben

(B.A.,Nr.210, 7.9.1900): *Sportpark.  Das  Hauptinteresse des am Sonntag stattfindenden „gro- ßen internationalen Radwettfahrens“ dürfte unzweifelhaft das im Programm vorgesehene „Dauerfahren über eine Stunde für Berufsfahrer mit Motorschrittmachern“ in Anspruch nehmen, umso mehr, da hervorragende Fahrer wie Eugen Dutrieu-Lille, Max Heiny-Berlin, L. Boquillon-Paris, Ernst Moritz-Friedenau und Gustav Gräben-Brandenburg am Start erscheinen werden. In neuerer Zeit werden enormen Ge- schwindigkeiten erreicht und hinter gutem Schrittmachermaterial  50 Kilometer  in der Stunde zurückgelegt. Die großen Dauerrennen  besitzen eine enorme Anziehungskraft. Der Franzose Eugen Dutrieu-Lille fuhr am vorletzten Sonntag auf der Friedenauer Bahn bei einem Match mit den besten deutschen Dauerfahrer  Alfred Köcher-Friedenau 30 km in 33 Min. 15 Sec. Gustav Gräben, welcher augenblicklich in vorzüglicher Form sich befindet und die feste Absicht hat, am nächsten Sonntag seine im Vorjahre erlittene Scharte auszuwetzen, wird dem Franzosen dicht auf den Fersen sein. Der kommende Sonntag wird ein Feld auserlesener Berufsfahrer hier am Start vereinigen, wie es sich dem Brandenburger Publikum bisher noch nicht gezeigt hat.

(B.A.,Nr.212, 10.9.1900) *Die gestrige  internationale Radwettfahren im „Sportpark“ hatte sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen. Im Amateur-Rennen war   hauptsächlich wieder die Gebrüder Küpferling-Berlin siegreich. Aber auch das Brandenburger  Tandempaar Jäger-Krüger bewies aufs Neue, dass es der schärfsten Concurrenz gewachsen ist. Das Hauptinteresse des Tages nahm natürlich das Dauerfahren über eine Stunde in Anspruch, wobei es auch an aufregenden Momenten nicht fehlte. Als Sieger ging der Franzose Dutrieux über das Band als der einzige vom Glück begünstigte, denn der Motor mit seiner durchaus tüchtigen Besatzung funktionirte tadellos. Heiny Motor hatte leider Kettendefect erlitten. Auch unserem altbewährten Fahrer Gräben war es nicht vergönnt, dieses Rennen ohne Unfall zu fahren. Beim Vorüberfahren an einem seiner Concurrenten wurde er durch ungeschicktes Fahren in der Kurve derartig weit herausgetragen, dass er die Barriere anfuhr und in das Publikum flog, wobei er sich einige schmerzhafte Hautabschürfungen zuzog und so sehr die Hand verstauchte, dass er bei den letzten Kilometern kaum noch in der Lage war, die Lenkstange zu halten. Jedenfalls verdient die Energie, mit der er sein Rennen fortsetzte, volle Anerkennung. Es gab wieder reichlich gestiftete Ehrenpreise (Ep.)

Über die Resultate der einzelnen Rennen Folgendes:

1. Sportpark-Eröffnungsfahren 1000 m. für Herrenfahrer. (3 Ep. 50, 25 u. 15 Mk.): 1.  Willi Küpferling 1., Zeit 2 Min. 26, 2/5 Sec., 3. Robert Jäger

2. Niederrad-Hauptfahren 2000 m. für Herrenfahrer ( 3 Ep. 75, 50, 25 Mk.)  1. Franz Baeßler-Hannover (3 Min. 59,3/5 Min.)

3. Dauerfahren 1 Stunde für Berufsfahrer ( 3 Ep. 200, 100 u. 50 Mk.) 1. Eugeni Dutrieux- Frankreich( 48 km 343 m); 2. Gräben;  3.Moritz-Berlin

4. Mehrsitzerfahren 3000 m für Herrenfahrer. Ep. 60, 30, und 20 Mk.) 1. Jäger/Krüger (5: 14/5 Min.); 2. Gebr. Küpferling;

5. Motorfahren 10000 m. (Ep. 60, 40,  Mk.) 1. Motor Dutrieux, 2. Motor Gräben    

 

Im Jahre 1901 kehrte Gräben wirder zu seinem alten Verein "Vorwärts" 1887 zurück                                                                               

             (BA.,Nr.127, 3.6.1901) Der Brandenburger R.-V. „Vorwärts“ 1887 veranstaltete gestern, wie alljährlich in dieser Zeit, sein erstes Rennen und damit das Anfahren der Ver- einsmeisterschaft 1901. Das höchstinteressante Rennen, welches ohne größere Unfälle von Statten ging, war gut besetzt und ging über eine Strecke von 50 km. Als Schritt- macherapparate fungirten eine Anzahl Tandems. Trotz der enormen Hitze und des herr- schenden merklichen Windes wurden recht gute Zeiten erzielt. Als erster ging Herr Gustav Gräben (auf Corona-Fahrrad) durchs Ziel. Obwohl er unterwegs stürzte, ohne sich indeß ernstlich zu verletzen, erreichte er die brillante Zeit von 1 Std. 26 Min. 32 2/5 Sec. Gleich nach Startschuß sicherte er sich einen großen Vorsprung, um der er sich auch nicht mehr bringen ließ. Als Zweiter ging Herr Georg Schmidt, der bisherige Clubmeisterfahrer, trotz eines Defektes seines Schrittmaches übers Band in 1 Std. 36 Min. 30 1/5 Sec. Als ebenfalls guter Fahrer zeigte sich Herr Hans Demohn, der als Dritter einlief in 1 Std. 40 Min. 36 3/5 Sec., eine für diesen, sein erstes Rennen  im Verein Fahrenden, recht gute Zeit. Die übrigen Fahrer trafen in geringen Abständen ein.

Nach dem Rennen vereinigte man sich zu einem gemüthlichen  Frühschoppen auf Ahlert’s Berg, wo auch die Preisvertheilung stattfand. Der nunmehrige Meisterfahrer Herr Gräben leistete indeß als altbewährter Fahrer und in Anbetracht der vorzüglichen Zeit, die er gefahren war, auf das ihm zustehende goldene Abzeichen zu Gunsten des zweiten Siegers Herrn Schmidt Verzicht.

            (BA., Nr.200, 27.8.1901) Im August 1901 hielt der Brandenburger R.-V. „Vorwärts“ 1887 an einem Sonntagnachmittag auf der Chaussee Plaue-Bensdorf sein zweites diesjähriges Rennen ab, an welches sich die Preisvertheilung mit Kränzchen im Hertwig’ schen Saale in Plaue anschloss. Es herrschte herrliches Wetter. Per Rad, Kremser und Dampfer gelangten der Verein nebst seiner zahlreichen Gäste nach Plaue. Nach kurzem Aufenthalt daselbst begab sich der Verein mit dem Banner an der Spitze des Zuges an die Rennstrecke.

1. Erstfahren 2000 m ( 3 Ehrenpreise): 1. Kurt Brümmer  vor Fritz Sengespeik und Bruno Braunsberger

2. Damenlangsamfahren 100 m (3 Ep.): 1. Frl. Bertha Wiese, 2. Frl. Johanna Krüger, 3. Frl. Helene Schierwagen.

3. Hauptfahren 5000m, (Wendpunkt, 3 Ep.): 1. Gustav Gräben, 2: Georg Schmidt, 3. Hans Demohn

4. Seniorenfahren 1000 m( 3 Ep.): 1. Fritz Lücke, 2. Max Kübner, 3. Ernst Häuser

5. Vorgabefahren 5000 m (Wendpunkt,3 Ep.): 1: Hans Demohn (125 M), Georg Schmidt (vom Mal), 3. Fritz Sengespeik (500 m). Die Vorgaben waren etwas reichlich bemessen. Herr Gräben, der wohl auch dieses Rennen gewonnen hätte, hatte in anerkennens-werter Weise auf einen Start verzichtet.

6. Tandemfahren 3000 m, 3 Ep.: 1. Lücke-Gräben, 2. Brünner-Schmidt, 3. Ranneberg-Demohn

7. Trostfahren 2000 m (Für Fahrer bisher ohne Preis) 1. Ernst Kabisch, 2. Paul Säger

Nach dem Rennen fand im Hertwig’schen Saale in Plaue die Preisvertheilung statt. Gegen 1 Uhr wurde dann nach fröhlich verlebten Stunden die Heimreise auf dem Dam- pfer „Deutschland“ angetreten. Alles in allem kann der rührige Verein wieder auf eine wohlge- lungene Veranstaltung zurückblicken.

(BA.,Nr.133,10.6 1902) Der Brandenburger R.-V. „Vorwärts“ 1887 veranstaltete am  8.6.1902, früh um 6 Uhr sein erstes diesjähriges Rennen und zwar handelte es sich um das Ausfahren der Vereinsmeisterschaft über 50 km mit Schrittmachern auf der Strecke Brandenburg-Plaue-Genthin und zurück. Herr Gustav Gräben, der vorjährige Meis- terfahrer, passirte auch in diesem Jahr als Erster das Band und hatte von einem Dreiradmotor geführt, die genannte Strecke in der sehr achtbaren Zeit von 1:27.351/5 Std. zurückgelegt. Ebenso vorzüglich fuhr Herr Hans Demohn, welcher, nur durch Tandem unterstützt, die 50 km in 1:29.16 Std. hinter sich brachte, also nur 1 Min. 34,1/5 Sec. hinter dem Ersten zurückblieb. Als Dritter landete Herr Georg Schmidt in der Zeit von 1:34.291/5 Std. Derselbe wurde bei dem Rennen arg vom Pech, weil er gleich im ersten Drittel der Strecke eine Zeit ohne Führung fahren musste. Die übrigen Herren trafen in verschiedenen Abständen ein. Auf Graves Berg fand dann die Preisvertheilung statt und ein fideles Zusammensein aller am Rennen betheiligten Personen schloss sich an.

              (BA., Nr.192, 18.8.1902) : Die Fernfahrt „Rund um Berlin“, die gestern vom Gau 20 (Berlin) des D. R. B. veranstaltet wurde, hatte unter ungünstiger Witterung wesentlich zu leiden. Infolge der Regengüsse in der Nacht und der letzten Tageswaren die Chausseen schlecht befahrbar. Die Streckenlänge betrug 240 km. Der Start der 127 Fahrer erfolgte in Potsdam auf der Chaussee nach Saarmund früh um 5 Uhr. Das Ziel war ebenfalls in Potsdam zwischen den Ortschaften Marquardt und Bornim. Die Strecke verlief von Potsdam über Trebbin-Zossen-Königs-Wusterhausen-Fredersdorf-Erkner-Kalk- berge-Alt Landsberg-Bernau-Stolzenhage-Oranienburg-Löwenberg-Herzberg-Kremmen-Börnicke-Nauen-Potsdam. Kontrollstationen befanden sich in Zossen, Kalkberge, Oranienburg und Herzberg. Als Sieger ging nach 9 Std. und 45 Sec. Goetzke- Berliner Club „Zugvogel“ durchs Ziel. Zweiter wurde in derselben Zeit mit einer halben Radlänge hinter dem Ersten Johannes Kratz-„Borussia“ Berlin.

Der bekannte Herrenfahrer, Gustav Gräben aus Brandenburg hatte die Weiterfahrt wegen Reifenschadens in Bernau aufgegeben.

Die gesamte Strecke war vom Regierungspräsidenten der Provinz Brandenburg für die Fahrt abgesperrt worden – ein großes Entgegenkommen der Behörden 127 waren gestartet.

              (BA.,Nr.119, 24.5.1904): Sportpark: Mit dem Pfingstrennen wurde die diesjährige Radsportsaison vor 3000 Zuschauer wieder eröffnet. Eine große Zahl in- und ausländischer Berufsfahrer hatte sich angemeldet.  Beim Motorenrennen nahmen Maschi- nen von Brennabor, Corona und Excelsior teil. Der Brandenburger Steckert stürzt, über- schlug sich mehrfach und flog auf die Zementbahn, ohne sich dabei ernsthaft zu verletzen. Die Rennen begannen um 4 Uhr und dauerten bis 7 Uhr abends. Sehr erfolgreich  waren der Berliner Willi Bader und der Holländer J. Stol. Nach den Rennen traten die meisten Fahrer sofort die Bahnreise zu den nächsten Rennen in Berlin und Kopenhagen zu den nächsten Rennen.

Ergebnisse:

I. Hauptfahren 1000 m: 1. Bader-Berlin, 1:09.2 Min., J. Stol-Amsterdamm, ½ Rd. zur.,

II. Vorgabefahren 1750 m: 1. W. Bader ( Malmann), 2:21.4 Min., 2. J. Stol (20 m Vg.)

III. Zweisitzerfahren 2000m, 3 Gp., k. Vl.: 1. Peter-Stol 2:331 Min., 2. Althoff-Conrad,

VI. Motorfahren 10000 m,  2 Vorläufe über 5000 m:

1. Lauf: O. Richter-Brandenburg 5:28.0 Min., 2. O. Deickert-Brandenburg 6:24.2 Min.,

2. Lauf: 1. Max Streckert-Brandenburg 5:20.2 Min., 2. Karl-Müller-Berlin 5:40.0 Min., ausgeschied. Gustav Gräben-Brandenburg infolge Motorschadens und auch Fritz Ruhle-Bitterfeld

Endlauf: O. Richter (Excelsior) 10:584 Min., vor K. Müller (Brennabor) u.Strecker (Corona) 

               (BA.,Nr.155,  5.7.1904)  Der Brandenburger R.-V. „Vorwärts“ 1887 veranstaltete am letzten Sonntag das Anfahren mit der diesjährigen Vereinsmeisterschaft  auf der Strecke Brandenburg-Genthin und zurück. Als Sieger ging aus diesem Rennen über 50 km mit Motorführung Herr  Georg Schmidt-Brandenburg hervor, der von einem Brennabor- Motor geführt, die Strecke in 1:17.56 Std. hinter sich brachte, dabei die vorjährige Fahrzeit um 10 Min. verbesserte. Als Zweiter landete eine halbe Minute später Herr Jul. Kaupert von hier während Herr Gustav Gräben, der bekannte frühere Herrenfahrer, den 3. Platz beleg- te.  Im Stadtpark fand als dann die Prämiierung der Sieger statt, dem sich ein Herren-Kommers anschloß, bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Sammlung zu gunsten des vor kurzem in Magdeburg tödlich gestürzten französichen Dauerfahrers Paul Dangla veranstaltet, deren Ertrag an die „Radwelt“ abgeführt werden soll.

         (BA.,Nr.196, 22.8.1904) Das gestrige Radsportfest, vom Verein für Radfahrwege im Sportpark, anläßlich seines Jubiläums im Sportpark hatte u.a. folgende Resultate:

Tandemfahren 4000 m: Sieger das Paar Gräben/Kaupert (Vorwärts) in 6:16 Min., vor Leue/Wagner und Rulf (B.T.V. v.1896)/Schmidt (Vorwärts)

                   Gustav Gräben hat wahrscheinlich 1905  im Alter von 40 Lebensjahren  seine aktive Laufbahn beendet und sich seinem Geschäft in der Steinstraße gewidmet. Ab 1904 firmiert er als Zigaretten- und Fahrradhandlung dort in der Nr. 30, ab 1911 in Nr.27 und ab 1928 in der Nr.43. Im Jahre 1908 findet sich ein Beleg für seine dann wahrscheinlich einsetzenden „Sponsorentätigkeit“ mit einem „Gustav-Gräben-Preis“, einem 10-km Dauerrennen im Sportpark. Vielleicht kam das Geld aber auch von der Fahrradindustrie, und Gräben wurde damit geehrt! (BA)Nr.216  am 14.9.1908) Radrennen im Sportpark:  Jupiter Pluvius (Anm. Der Regnende)war gestern wieder ungezogen. Kurz vor dem Rennen ging ein Platzregen nieder. Der aus vollen Backen blasende Wind machte die nasse Bahn aber bald wieder trocken. Trotz kalter, unfreundlicher Witterung umsäumte eine große Menschenmasse das „Zement“.  Zur Austragung kamen die Rennen um den „Großen Preis des Handels und der Industrie“. So gab es neben den Bar-Preisen gestiftete  wertvolle Ehrenpreise. In den Dauerrennen spielte G. Schadebrodt, Sieger des Gr. Preise 1908,  die erste Rolle und gewann mit großer Bravour alle Preise. Adam Bäumler mußte sich nach starkem Kampf  geschlagen geben. Der Däne Hellmann, Sieger des Goldpokals im Vorjahr, hatte keine gute Form und fuhr eher spazieren.

Ergebnisse:

I. Ausscheidungsfahren 2000 m „Brandenburgia-Preis“ (50 – 10 Mark) die letzten 3 einer jeder Rd. scheiden aus: 1. Vogt 3:03 Min., Fritz Hoffmann-Berlin, 3. Ostermeyer, Rottnick-Magdeburg,

II. Vorgabefahren 2000 m (Preise 40 – 5 Mark) 2 Vorläufe, 1 Endlauf): 1.(2.) Ostermeyer (50) 2:45 Min wurde distanziert wegen Behinderung 2. (1.) Hoffmann, 3. Vogt

III. Prämienfahren 2000 m (5 Mark pro Runde, letzte Runde 20, 10, 5 Mark) 24 Fahrer am Start: 1. Bruns 2:53 Min., 2. Vogt, 3. Rottnik

VI. Gustav-Gräben-Preis Dauerrennen über 10 km (Preise 150, 100, 50 Mark)

  1. G. Schadebrodt (11:55 Min.) vor A. Bäumler (2 7/4 Rd. zurück) und C. B. Hell- mann        5 Rd. zurück
  2. über 20 km (Preise 200, 150, 100 Mark):  1. Schadebrodt (21:47 Min)., 2. Hell- mann                              26 Rd. zurück

Brandenburger Industrie-Preis über 30 km (Preise 350, 250, 150 Mark)

  1. Schadebrodt (32:42.2 Min.) vor Bäumler (5 Rd. zurück) u.  Hellmann-Däne. 22 Rd. zur.

 

Gustav Gräben hatte sich offensichtlich dem im Jahre 1909 neugegründeten Radfahrer-Verein „Sturmvogel“ angeschlossen, in welchem auch sein alter Sportsfreund Julius Kaupert eintrat sehr erfolgreich auf Bahn und Straße fuhr. Auch er hat sich einen Zigaretten-/Zigarrenladen eingerichtet. Dieser Verein hat sehr intensiv und regelmäßig seine Mitglieder über Annoncen im Brandenburger Anzeiger über Trainingsausfahrten informiert

                                        (BA.Nr.158,8.7.1911) Als Beispiel eine Annonce des Radfahrer-Vereins „Sturm-vogel“ laute-te: Sonntag, den 13.d. Mts.: Kremserpartie nach Götz, Gäste willkommen. Abfahrt ½ 2 Uhr vom Klublokal (Hotel zum Schwan), Anmeldung betreffs Kremserplätzen werden bis zum 9. d. Mts. bei den  Mitgliedern, Gräben, Steinstraße 27, Brüse, Wilhelmsdorferstr.24, Adams (im Hause Jos. H. Teich) Ritterstraße 1 erbeten. Der Vorstand

Gustav Gräben hatte sich offensichtlich

                (BA.,Nr.183, 7.8.1911) Die Radrennen auf der Bahn im Sportpark unter der Leitung von Director Willy Lücke bewiesen wieder die alte „Zugkraft“, denn es kamen 4000 Besucher. Vor dem Rennen schien es, als würde ein Gewitter mit viel Regen aufziehen. Zum Dank für die 1911 veranstalteten Rennen überreichte Herr Gustav Gräben dem Leiter und Veranstalter der Rennen, Herrn Willy Lücke, mit einer kleinen Ansprache einen Lorbeerkranz.

Der Engländer Hall lieferte bei den Dauerrennen über 1 Stunde um das „Goldenen Rad“ von Brandenburg tolle Kämpfe und gewann mit 46,200 km in 52 Min. nach Abbruch wegen eines Massensturzes. In zwei kleinen Dauerrennen lieferte der Brandenburger Kaupert einen guten Sport, hatte dann aber Defekt.

Resultate:

Großes Flieger-Hauptfahren 1000 m: 1. Tetzlaff 1:55 Min., Preis von Wilhelmsdorf-Dauerrennen hinter Motoren 10 km: 1. Vinzelberg 12:22 Min., 2 Kaupert (BRB) 180 m. zur., Dreistädte-Match: 1. Gildenmeister, 2. Klick, 3. Rothe, Preis vom Dom hinter großen Motoren über 10 km:1. Saldow 11:17 Min., August-Handicap (Vorgabefahren) 666 2/3 m = 2 Rd.: 1. Vinzelberg 54 Sec., Kleines goldenes Rad von Brandenburg- Dauerrennen 25 km: 1. Vinzelberg, Meisterrennen über 5 Runden: 1. Tetzlaff 2:29 Min., Motorenrennen 10 km (offen für Straßenmaschinen: 1. Tetzlaff 10:56 Min

                                               (BAr.Nr.208,5.9.1911) Der vor zwei Jahren neu gegründete R.-V. „Sturmvogel“ sein 100 km-Meisterschaftsfahren mit Vorgabe auf der Strecke Plaue-Wusterwitz-Ziesar-Görtzke-Wiesenburg-Belzig-Golzow-Brandenburg. Es hatten sich hierzu 10 Mitglieder gemeldet. Als Erster ding Franz Fischer vom Mal (ohne Vg.) in 3 Std. 39 Min. 20 Sek. übers Band, er gewann damit für 1911 die Meisterschaft, Zweiter H. Mattig (24 Min. Vg.) in 4:10 Std., Dritter Gutschmidt (27 Vg.) 4:13 Std., Vierter Gräben (13 Vg.) 4:01 Std., Fünfter Oberländer (8 Vg.) 5:43 Std., Sechster Schwarz (7 Vg.) 5:37 Std., Siebter Brüse (6 Vg.) 5:39 Std. Die vorzügliche Leistung der ersten Fahrer gereichen dem jungen Radfahrer-Verein „Sturmvogel“ zur Ehre. Die Preisverteilung nebst anschlie-ßendem Kränzchen fanden unter großer Beteiligung der Mitglieder und Freunde bei H. Braune in  Möser statt. Die Teilnehmer blieben bis zum Schluß in fröhlicher Stimmung zusammen.

(BA.Nr.101,30.4.1912) Radfahrer-Verein „Sturmvogel“ Sonntag den 5. Mai nachmittags 2 Uhr: „Frühjahrsrennen“. Meldung bis Freitagabend bei Gustav Gräben und Fritz Brüse.

(BANr.121, 24.5.1912) Radfahrer-Verein „Sturmvogel“  Pfingstfeiertag: Nach Dessau (2 Tagesfahrt)Start 4 Uhr morgens bei Kamerad Gräben, Steinstraße, Feiertag: Dippmanns- dorf, Start 2 Uhr am Klublokal Schultheiß, zwischen 5 und 6 Uhr

 

(BA.,Nr.159, 10.7.1913)      Annonce  Gräben – Geschäftsverlegung

 

(BA.Nr.184, 8.8.1913) Radfahrer-Verein „Sturmvogel 1909“, Sonntag, den 10.August Kremserpartie nach Götz, Abfahrt 2 Uhr „Schultheiß“, Hin- und Rückfahrt kosten 1,- Mk., Anmeldung bis Sonnabendmittag, erbeten bei G. Gräben, Steinstraße 48

Gäste herzlich willkommen

Im Adressbuch Brandenburg u. Umgebung von 1914/15:

Radfahrer-Verein „Sturmvogel“, Vors. Versicherungsbeamter Karl Eimicke, Lokal „Hotel zum Schwan“

(Nr.194, 21.8.1919) Radfahrer-Verein „Sturmvogel 1909“ e.V.,  Sonntag,  24. August , Mondscheinfahrt nach Plauer Schleuse, Gastwirt Regelin. Daselbst Auskegeln, Preisschießen, Abfahrt nachmittags 4 Uhr vom Salzhof mit Dampfer  „Deutschland“, Karten für Hin- und Rückfahrt 1 Mk. bei G. Gräben Steinstr. 43, Gäste willkommen

In den späteren Adressbüchern Brandenburg u. Umgebung: 1927, 1928, 1931 und 1932:  Zu dieser Zeit war  Gräben  63 Jahre alt.

Radfahrer-Verein „Sturmvogel“ 1909, Vors. Gustav Gräben, Steinstr. 43, Lokal Vereinslokal „Zum Schultheiß“ Molkenmarkt.

In den Anfangsjahren wurden wohlhabende, am Radfahren/-sport interessierte Bürger zu Vereinsvorsitzenden gewählt. Das garantierte Ansehen und Einfluss des Vereins im gesellschaftlichen Umfeld. Später waren viele ehemals aktive Radsportler Vorsitzende oder in anderen Funktionen dieser Zusammenschlüsse tätig.

 

 

Hier biografische Daten und Persönliches über Gustav Gräben

Im  Brandenburger Adressbuch von 1893 findet man zum einen den Dachdeckermeister Hermann Gräben, wohnhaft in der Gartenstraße, zum anderen wohnt unweit davon der Tischler Gustav Gräben in der Kleinen Gartenstraße 52. Beide sind wahrscheinlich verwandt. Im Geburtenregister der Stadt steht am 4.10.1888 der Eintrag für die Geburt eines Jungen mit Namen Richardt, Ernst, Gustav Gräben, dessen Vater von Beruf Tischler war. Da man damals eine Ehe- schließung, wenn möglich, vor der Geburt des ersten Kindes vollzog, bot es sich an,  in das Trauregister des Zeitraumes  vor diesem Geburtsdatum zu schauen. Und siehe da, unter der Registernummer 173/1888 fand sich die Beurkundung der Eheschließung eines Tischlers Richard, Emil, Gustav Gräben, evangelische Religion, geb. am 22. August 1865, wohnhaft  in Brandenburg, Kleine Gartenstraße Nr. 50. Er heiratete am 30. Juli 1888 die Schneiderin Marie, Anna, Auguste  Priese, evan- gelische Religion, geb. am 11. Februar 1864, wohnhaft Brandenburg, Wollweberstraße 12. Als Trauzeugen waren von Seiten Gräbens ein Tischlermeister aus der Kleinen Gartenstraße Nr.10, offenbar sein Arbeitgeber und für die Ehefrau ein Friseurmeister aus der Wollweberstraße 12 zugegen. Unter der gleichen Adresse wohnte auch die Braut.

Im Laufe der Ehe wurden noch drei weitere Kinder geboren: Anna, Karin, Au- guste am  6.11.1889, Gustav, Richard, Georg am  5.12.1893, Alfred, Otto, Adolf am 20.9.1896. Von den Söhnen trat später niemand radsportlich in Erscheinung.

Bei der Eheschließung befand sich G. Gräben im 24. Lebensjahr. Wahrscheinlich arbeitete er als Geselle bei dem Tischlermeister Sieburg in der Kleinen Gartenstraße, der auch sein Trauzeuge war. Als Rufnamen wählte er sich Gustav, der wahrscheinlich damals sehr be- liebt und modern ("in")   war. Bis 1899 war er unter drei verschiedenen Adressen wohnhaft: Kleine Gartenstr 50, Steinstr. 57, Abtstr.11 und hat den Beruf Tischler eintragen lassen.

   

Seine Ehefrau starb 1934. Da wohnte. Gustav Gräben in der Potsdamer Str. 32 in Brandenburg und hatte bereits sein Geschäft aufgegeben. Im Personen-register der Stadt von 1935/36 ist sein Name nicht mehr vermerkt. Vielleicht hat eines der Kinder den alten Vater zu sich genommen. Über seine letzten Jahre ist mir also  nichts bekannt

Aber, nun hat Gustav Gräben endlich ein „Gesicht“, und die vielen Stunden im Stadt- archiv  haben sich für mich  gelohnt!

 

 

 

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Termine für Kloster Cup 2017 stehen bereits fest. (siehe Aktuelles)

Anmeldung für das Rietzer EZF 2017.

 

Homepage online

Auf dieser  Internetseiten stelle ich  mein  sportliches Hobby vor und berichte über Radsportthemen im Jedermann-Bereich in und um Brandenburg a.d.Havel