Kurzer Streifzug durch den Radsport in Magdeburg

Otto Weckerling gewann am 8. Juli 1937 die 8. Etappe der Tour fe France über 194 km von Grenoble nach Briancon.

Berufsradsport in Magdeburg

vor und nach dem II. Weltkrieg

Der Radsport hat auch in Magdeburg eine lange Tradition, die bis in die An- fänge der Geschichte dieser Sportart in Deutschland zurück reicht! Es wur- den Straßen- und Bahnrennen veran- staltet. Im "Brandenburger Anzeiger" wurde am 16.9.1907 von einem inter- nationalen Bahnrennen im "Sport- park" Brandenburg a.d. Havel berich- tet, bei dem ein Kiehne  aus Magde- burg  bei zwei Wettbewerben den 2. Platz belegte. Aus der Zeit vor dem 2.Weltkrieg war es der ehemaligen    Berufsfahrer, Paul Schmidt,  "Wa- ckelschmidt", wie er manchmal de- spektierlich genannt wurde, den ich noch persönlich kennen gelernt habe. Er schenkte mir damals ein Bild aus seiner aktiven Zeit. Aber ganz beson- ders soll hier Otto Weckerling er- wähnt werden, der mit seinem Etap- pensieg bei der Tour de France 1937 auf dem 8. Tagesabschnitt vor dem großen Gino Bartali sein Meisterstück abgeliefert hat! Er war auch Sieger einer Deutsch- landrundfahrt im gleichen Jahr und vieler anderer Rennen. Nach dem Krieg fuhr er ebenfalls noch erfolgreich auf Bahn und Straße und wurde als "radelnder  Bür- germeister" bekannt, ein Amt, dass er in dem kleinen Dorf Kehnert nördlich von Magdeburg inne hatte.

In Deutschland waren traditionell  Bahnrennen beliebt, weil eine große Menge von Zuschauern/innen durch das Renngeschehen permanent kurzweilig unterhal- ten werden konnte. Auch Eintrittsgelder ließen sich leichter einnehmen, was kom- merziell sehr wichtig war. In vielen größeren Städten wurden Radrennbahnen gebaut, so auch  in Magdeburg, an der Berliner Chaussee um 1896. Häufig waren diese Bahnen in  große Vergnügungsparks  integriert. Auch in Branden- burg an der Havel gab es solch einen Sportpark, der später durch ein Großfeuer vernichtet wurde.

                      Über die Situation des Radrennsports in der Elbestadt nach dem 2. Weltkrieg soll zunächst einiges anhand von Zeitungsmaterial  aus dem Jahre 1948  in die Erinnerung zurück gerufen werden. Die  stark zerstörte Stadt lag noch in der damaligen "Sowjetischen Besatzungszone" (SBZ), umgangs- sprachlich auch "Ostzone" genannt, aus der  am 7.10.1949 die DDR entstand. In Magdeburg waren zu dieser Zeit einige Berufsradsportler aktiv, die den Krieg gesundheitlich offenbar relativ unbeschadet überstanden hatten und nun wieder, vor allem bei (Aschen-) Bahnrennen in Sudenburg und Biederitz, erfolgreich  waren: H. Zoll, W. Richter, G. Zöffzig, O. Weckerling fuhren in der A-Katego- rie. Weitere Fahrer, die in unteren Kategorien(B u.C) auf sich aufmerksam ma- chen konnten, waren: Weighardt, Oelze, Müller, Robert, Brummert, Zabel, Lipfert und Neumann.

Es  gab auch  Ostzonenmeisterschaften an denen außer den Magdeburgern vor allem Fahrer aus Berlin, Halle/Saale, Dresden, Leizig, Erfurt, Brandenburg, Riesa und Chemnitz teilnahmen. Sonntag für Sonntag zogen tausende Menschen in die Stadien, um sich an den Bahnwettkämpfen zu erfreuen. Auch einige größere Straßenrennen gab es in dieser Zeit schon wieder. In den Wintermonaten zogen die Fahrer als "Zirkus" (wie heute Formel 1) über die Dörfer, um in warmen Sälen auf Rollen-Hometrainern mit Anzeige Schauwettkämpfe auszutragen. Sicher gab es da in der "schweren Nachkriegszeit" auch manchen guten Preis auf den Dörfern in Form von Naturalien für den krurrenden Magen der Familie zu gewin- nen. Meine Mutter erzählte mir mal in den 50ziger Jahren von einer Veranstaltung mit Radsportlern in einem Saal in Rätzlingen, unserem damaligen Nachbardorf.

Sie erwähnte  den Namen "Wüste" Hoffmann. Über sechzig Jahre später fand ich nun einen Artikel darüber im "Illustrierter Radsport-Express" und verstand erst jetzt  so richtig, wen und was sie damals meinte. Darüber verging nun ein Zeitraum, den eine alte Flaschenpost manchmal unterwegs ist, um über den Ozean zu dümpeln!

Mit Gründung der DDR  1949 wurde der Berufsradsport systematisch zurück gedrängt, so dass bald der Amateurfahrer im Osten Deutschlands für ein paar Jahre dominierte.

 

Es folgen einige Ausschnitte aus dem Fachblatt "Illustrierter Radsport-Express" aus dem Jahre 1948

Die Hauptakteure des Amateur-Radsportes in Magdeburg nach dem II. Weltkrieg bis etwa 1955: Bahn

Schon Ende des 19. Jahr- hunderts gab es in Magde- burg den "Neustädti- schen Radfahrverein - KOMET". Wer mehr wollte als Rennfahrer, schloss sich der "Magdeburger Herrenfahrer - Vereini- gung" an, wie es Otto Michaelis sen. 1903 tat, um dann vorwiegend Bahnrennen zu fahren. Ein erfolgreicher Amateur auf Bahn und später der Straße war Georg Bauer. Er gewann u.a. "Rund um die Dresdener Hei- de", "Rund um Leipzig" und wurde Deutscher Meister der (DRU). In die Siegerlisten  der "Hainleite - Rundfahrt" bei den Amateuren, konn- te sich 1924 Otto Nitze eintragen, den ich in den 60zigern als BfA- Vor- sitzenden noch persönlich kennen gelernt habe. Die- ses Rennen gewann 1938 bei den Amateuren auch der Magdeburger Walter Richter. Auch die Harzrundfahrt ist ein Klassiker mit langer Tradition. 1920/21 war Ernst Hartmann, 1929 Oberhaupt und 1941 Walter Richter  aus Magdeburg in der Kategorie A siegreich. Mit Gründung der DDR  1949 änderte sich auch grundlegend die Vereins- landschaft. Die neu ge- gründeten Betriebssport- gemeinschaften (BSG) nannten sich nach sow- jetischem Vorbild: Lokomotive, Traktor, Motor,Turbine, Stahl, Post, Medizin,  aber auch Aufbau, Einheit usw. Viele jüngere Berufsfahrer ließen sich reamateurisieren, Ältere beendeten nach und nach ihre Laufbahn. Manche fuhen als Schrittmacher die schweren Steher-Maschi- nen noch viele Jahre. Einige schlugen die Trainerlaufbahn ein, wie z.B Bernhard Lipfert.

Anfang der 50ziger Jahre gab es eine ganze Reihe junger Amateure in Magdeburg und Umgebung, welche die Tradition der (Aschen-) Bahnrennen fortsetzten. Diese fanden  im heimischen  Stadion der Bauarbeiter, in  Brandenburg/ Ha- vel, Berlin, Potsdam, Leipzig, Nordhausen, Merseburg, Schwerin, Chemnitz, Heidenau  usw. statt. Meistens waren es 20 bis 50 Fahrer, die im Flieger(Sprint), Malfahren und dem sehr beliebten Zweier-Mannschaftsfahren u.a. Disziplinen ihre Kräfte maßen. In Magdeburg war es besonders der Träger, des zumindest akustisch amüsanten Nachnamens, Wottka, von der BSG Turbine Magdeburg, der viele Rennen bestritt und auch gewann. Mit seinem Partner Kölling kam er auch zu DDR- Meisterehren im Zweier-Mannschaftsfahren (siehe bei Renn- ergebnissen).  Sehr erfolgreiche Jugendfahrer waren u.a. Ring, Sauer und Paulus. In einigen Programm-Heften aus dieser Zeit sind die Namen weiterer Fahrer aus den verschiedenen Vereinen Magdeburgs in dieser Zeit nachzulesen. Es gab kurioser Weise auch einige Fahrer mit Namen (Kirchhoff, Zabel und J. Schur) in Magdeburg, die noch erfolgreichere Namensvettern zu dieser Zeit im DDR-Radsport hatten.

 

Es folgen einige Programmhefte von Bahnrennen 1950 bis 1955 und Ergebnisse aus dem Illustrierten Radsport

 

Die ersten erfolgreichen Straßenamateure  in der Nach- kriegszeit bis etwa 1955.

Auch der Straßenradsport nahm bald wieder Fahrt auf. Ganz vorn in der DDR-Jahresbestenliste 1951 plat- zierte sich der Barleber Horst Gaede, der zunächst bei Einheit Wolmirstedt fuhr und viele größere Straßenrennen gewann, darunter auch die Hainleite- rundfahrt 1950. Er war auch dreima- liger Teilnehmer der Friedensfahrt (1950 bis 52 und wurde 20.,39. u.55.). Am Ende seiner Karriere fuhr er sogar noch mit einigem Erfolg Steherrennen. Weitere erfolgreiche Straßenfahrer waren in dieser Anfangsphase, bevor "Täve" Schur auf den Plan trat, z.B. Gothe, Hesse, Hühnerbein und Höhne. Hesse wurde mit einer Aus- wahlmannschaft 1951 Studenten- weltmeister. Die BSG Aufbau Börde war der dominierende Verein im Stra- ßenradsport zu dieser Zeit. Nach ein paar Erfolgen als Tourenfahrer stieß der Heyrothsberger, G. A. Schur  dazu. "Täfe" oder richtiger "Täve" (von Gustav), wie er bald genannt wurde, fuhr sich als radsportlich relativer "Spätstarter" bald in die absolute damalige Spitze der DDR, die vor allem von Fahrern aus Berlin, Brandenburg und Thü- ringen gebildet wurde (Dinter, Kirchhoff, Funda, E. Schulz, Gleinig, Trefflich u.a.). Er wurde Landesmeister von Sachsen-Anhalt, Querfeldeinmeister der DDR und gewann bis 1955 neben vielen Rundstreckenrennen noch als "echter Magdeburger" für Aufbau Börde fahrend viele große DDR- Straßenrennen (Klassiker), wie "Rund um Berlin" 1951, "Harz-Rundfahrt""Berlin-Leipzig" 1953, "Rund um die Hainleite" 1954 und zweimal die "DDR- Rundfahrt" 1953 u.54. Schließlich gelang es ihm, in den Kader für die Internationale Friedens- fahrt aufgenommen zu werden. 1953 wurde er Dritter der Einzelwertung und gewann dieses schwerste Amateuretappenrennen im Folgejahr als erster DDR- Fahrer.

                       Ab Mitte der 50ziger Jahren  wurden dann die ersten Sportklubs gebildet  zum Zwecke einer deutlichen Leistungssteigerung bei den Spitzensport- lern mit Blick auf die internationalen Aufgaben. G.A. Schur wechselte Ende 1955 zum inzwischen gegeründeten Sportklub "SC Wissenschaft" an der DHfK Leip- zig, wo er auch ein Studium aufnahm. Da solch ein Studium in seiner Länge vari- abel gestaltet werden konnte, war  es damit  leicht möglich, den Amateurstatus bis zu seinem Karriereende aufrecht zu erhalten. Er errang, was wohl allgemein bekannt, da es umfangreich publiziert worden ist, noch grandiose Erfolge bei Friedensfahrten, olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Mehrmals war er Jahres-Sieger der Wahl zum beliebtesten Sportler der DDR. Er besaß in der DDR  medial  eine Art  Kultstatus und galt als Vorbild für Jung und Alt - sportlich fair, menschlich bescheiden, politisch aktiv.

Trotz seiner vielen großen Siege, war es ihm aber nicht vergönnt, sich mit den gestandenen Größen des Radsports in Westeuropa direkt zu messen (z.B. Anquetile, van Looy, Riviere etc.). Dort fing und fängt der der große Radsport bekanntlich erst an, bei dem man sich einen Namen machen kann, wo die besten Amateure aufhören. Deshalb versuchten die  erfolgreichsten Amateure  immer schnell in das lukrative Profigeschäft einzusteigen, so dass im internationalen Ama- teurradsport damals in der Regel U23-Fahrer antraten, wie sie später klassifiziert wurden. So haben wir leider nie erfahren können, wie "Täve" bei einer WM der Radprofis oder bei der Tour de France abgeschnitten hätte. Ich glaube aber, er wäre auch dort ganz weit vorn gewesen!

Sein Weggang zum Klub nach Leipzig hat leider für den Ruf des Radsports in Magdeburg eine große Lücke hinterlassen, die lange nicht, eigentlich nie mehr, ganz geschlossen werden konnte. Es hat  meines Wissens nach ihm nie wieder ein Magdeburger Fahrer für einen ansässigen Verein fahrend, einen (DDR)-Klassiker gewonnen. Später wurden die erfolgreichen jungen Sportler  bereits in den Ju- gendklassen gesichtet und dann zu den Leistungszentren delegiert in Leipzig, Berlin, Dresden, Cottbus, Erfurt. Der Glanz ihrer dann errungenen, sehr be- achtlichen Erfolge, ob noch vor der Wende bei Friedensfahrten, Weltmeister- schaften oder olympischen Spielen einerseits oder als Profis beim Team Tele- com und ausländischen "Rennställen" färbte nur noch schwach auf die Heimatregi- on ab. Sie wurden  meistens nur noch von Insidern mit Radsport mit Magdeburg in Verbindung gebracht.

 

Es folgen einige Programmhefte von Bahnrennen 1950 bis 1955 und Ergebnisse aus dem Illustrierten Radsport

 

 

Radsport in Magdeburg und Umgebung ab 1956

Zur Zeit werden Ereignisse bis etwa 1965 berücksichtigt mit einigen Ausblicken darüber hinaus.

Wer schreibt der bleibt! Für Arthur Becker traf das zu. Er  schrieb Zeitungsartikel von Radsportveranstaltungen und organisierte "Ehemaligen-Treffen" von Radsportlern mit klangvollen Namen vergangener Tage und Jahre. (siehe Abb.)

In mehreren großen und kleinen Vereinen  wurde in der damaligen Bezirksstadt bis zur Wende Radrennsport getrieben: Aufbau Börde, Stahl-Südost, Motor Fer- mersleben, Lok, Einheit, Motor Mitte, Dynamo und Turbine Magdeburg sind mir noch gut in Erinnerung. Über den wohl bekannteste Radsportler aus Heyroths- berge bei Magdeburg, "Täve" Schur, der bei der BSG Aufbau Börde mit dem Radsport begann, habe ich gerade berichtet. In einem Drittel seiner überaus er- folgreichen Radsportkarriere, die er in seinem Heimatverein verbrachte, polierte er den Ruf Magdeburgs als Stadt des Radsportes nach dem 2. Weltkrieg auch inter- national wieder richtig auf. Auch nach seinem Weggang zum Klub nach Leipzig wurde in der Elbestadt weiterhin emsig Radsport betrieben, doch ein  "zweiter", in der DDR umschwärmter "Schur",  ging aus dem großen Potenzial, Elisabeth Kleinhans mal ausgenommen, nicht mehr hervor.                                           Ein mir unerklärliches  großes Versäumnis war es sicher, dass Magdeburg im Zuge der Neugründung ab 1955 keinen Radsportklub erhielt, in dem die besten Sportler/innen der Region in ihrem sozialen und familiären Umfeld unter professi-onellen Bedingungen speziell gefördert werden konnten!                                                                        Denn die Zauberformel für den Erfolg im Spitzensport liegt nicht allein im systematischen fleißigen Training, sondern viel mehr auch in der ausreichenden Regeneration nach dem Wettkampf. Diese kann aber nach einem schweren Straßenrennen über 150 bis 200 km nicht während der Schicht als Dreher, Tischler oder KFZ- Mechaniker ausreichend herbeigeführt werden. Der in Magdeburg gegründete Klub, SC Aufbau Magdeburg, hatte u.a. Fußball, Hand- ball, Leichtathletik.

Die an dieser Stelle genannten Namen von Radsportlern, die den lokalen Renn- sport in den 50/60ziger Jahren im Bezirk Magdeburg und darüber hinaus bestimm- ten, sind mir noch in guter Erinnerung: Horstmann, Schäfer, Lamprecht,Tell, Höhne, H. Müller, Papajewski, Lichtenberg, die Brüder L./G. Hell, Rott- stock, Kohle, Lange, Puls, Obenhaupt, Kühlhorn, K. Schulze usw. Rusczyk, Söder, Eichholz, Lingner waren auch zum ASK Leipzig delegiert, um in die absolute Spitze vordringen zu können. K. Schulze für eine Zeit beim neu gegrün- deten SC Turbine Erfurt. Erfolgreiche Jugendfahrer Anfang der 60ziger waren z.B.: Althof, Becker, Radicke, Höland, Ohnesorge, Braune, Jahns, H. Wagner, Rosenthal, Beitmann.

            Auch der Frauenradsport bekam von Magdeburg aus wesentliche Im- pulse. Erika Fuchs trieb in den 50ziger Jahren die Entwicklung energisch voran, bis es Elisabeth Kleinhans, verh. Eichholz, von Lok Magdeburg 1960 gelang, Dritte bei der WM auf dem Sachsenring zu werden. 1965  errang sie den Stra- ßen- Weltmeistertitel  in San Sebastian. Aber da trainierte auch sie schon längst beim SC Wissenschaft DHfK in Leipzig.

                         Später waren es Dieter Dovath, Horst Wagner und Wolfgang Wesemann, Jan Schur u.a., die in den Leistungszentren von Berlin und Leipzig und später Frankfurt/Oder gefördert wurden.

Letzlich soll auch nicht ganz unerwähnt bleiben, dass Steffen Wesemann, der Sohn von Wolfgang W., sowie der noch aktive und dabei erfolgreiche ehemalige Deutsche Meister  im Straßenfahren  und z. Zt. Profi bei "Lotto Jumbo", Robert Wagner, ein Neffe von Horst Wagner, ihre Wurzeln in und bei Magdeburg haben!

        Steffen Wesemann, der zunächst beim Team Telekom, dann bei Wiesen- hof und zum Schluss bei Cycle Collstrop fuhr, hat eine Reihen spektakulärer Er- olgen als Amateur und bei namhaften Profirennen erzielt: Sieger der "Berliner Etappen- fahrt" 1991, der "Niedersachsenrundfahrt" 1997, gewann 4mal!! die Friedensfahrt (1992,96, 97 u. 2003), "Rund um Köln" 2000, die "Flandern- rundfahrt " 2004, wurde Zweiter Paris-Roubaix 2002 und  dem Amstel-Gold- Race 2007. Vom sportlichen Wert her, war er wahrscheinlich der bisher erfolgreich- ste Radsportler aus der "Region" Magdeburg.

Viele, viele Namen wären hier noch zu nennen, aber es sollte ja nur ein ganz kurzer Abriß gezeichnet werden, der natürlich nicht vollständig sein kann.

Bahnrennen wurden nach dem Kriege auch im Stadion der Bauarbeiter an der Großen Diesdorfer Straße gefahren. Bei Magdeburg gab es eine zweite kleine Ze- mentradrennbahn (175m "Nudeltop" genannt) im kleinen Vorort Biederitz, die aber auch in einem schlechten Zustand war. Es wurden einige Versuche unternom- men, wieder eine Radrennbahn zu installieren, was  aber leider mißlang(siehe Do- kumentation).

Zu den bekannten, jährlich wiederkehrenden Rennen gehörten: Magdeburg-Stendal-Magdeburg, die Harzrundfahrt mit  Kriterium am Vorabend in der Hegelstraße am Dom. Kriterien fanden um den Schellheimer Platz, sowie am 8. Mai und 7. Oktober im Rothehorn-Park  statt, wo Anfang der 60ziger Jahre der "Täve-Schur-Rundkurs" gebaut wurde, ein gut 2 km langes asphaltiertes Stück, des vorhandenen Wegesystems.

 

Radsport  im  Magdeburger  Umland

Viele der in Magdeburger Vereine erfolgreich Radsport trei- benden Athleten /innen kamen  aus den Kleinstädten und Dörfern  im näheren Umland. Stellvertretend erwähnt sollen hier  die Weltmeister/in  „Täve“  Schur (Heyrothsberge)  und Elisabeth Kleinhans (Loitsche) und der W. Wesemann (Elbeu bei Wolmirstedt) werden. Die Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen.

Nicht unerwähnt soll aber an dieser Stelle bleiben, dass zum Radsport in der Domstadt auch das gesamte Einzugsgebiet der  damaligen Be- zirksstadt Magdeburg  zählte. Die Radsportler/innen  sind  zahlenmäßig  bekannt- lich  eher  eine kleinere Gruppe von Enthusiasten, was von vielen menschlichen Faktoren, aber nicht zuletzt auch von den Kosten der Sportgeräte abhängt. Nicht destotrotz  hat der Radsport eine hohe Attraktivität auf die Menschen, denkt man an die frühere Friedensfahrt  oder die großen Landesrundfahrten in Italien, Spa- nien, den Giro und die Vuelta und nicht zuletzt an die Tour de France.

So waren die meisten Rennen bezirksoffen ausgeschrieben, um auch genügend große Felder von  ca. 25 bis 80 Startern in den einzelnen Klassen zu generieren. Über den gesamten Bezirk, der heute den Nordteil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt bildet, waren BSG’en in einigen Kreisstädten  nach dem II. Weltkrieg  ge- gründet worden, die teilweise  auf traditionelle  „Radfahrvereine“ aus der Vor- kriegszeit aufbauten. Aus Zerbst ist mir so etwas bekannt.

Nach meinen  Erinnerungen  gab es folgende Vereine in den 50/60ziger Jahren:  Ich nenne ohne Wertung einige Sportler der Radsportsektionen (Jugend u. Männer), die mir durch ihre Erfolge in Erinnerung geblieben sind.

Einheit Wernigerode:             (Zerbe, Winter, Festerling, Güttler, Linde,                                                     Nehrkorn)

Aufbau/Empor Halberstadt :   (Schade)

Lok Güsten:                            (Unverzagt, Lepka, Diers)

Aufbau Staßfurt-Hecklingen:   (Reimelt)

Motor Fermersleben:               (Buhe)

Dynamo Zerbst:                        (Friederichs)

Empor Burg:                             (Bruchmüller, Regenärmel)

Aufbau Güsen:                         (Welzel, Knaak, Preuß)

Einheit Genthin:                       (Dürpisch, Heitzmann)

Stahl Tangerhütte:     (hatte  sich früh wieder  aufgelöst)

Empor Tangermünde (Neugründung im Zusammenhang mit der "Kleinen Friedensfahrt)

Lok Stendal:                             (Thiemann, Hohmann, Boge,Meyer)

Post Gardelegen:                      (Karow)            

Lok Oschersleben:                     (Hinze, Schließer)

Aktivist Hötensleben                  (Rosenberger)

Lok Salzwedel:                          (Schneevoigt, Gebrüder Helbig)

Traktor/ später Dynamo Kalbe-Milde:   (Schnügger, Staschat, Schulz, Speer, Otte, Selle)

Lok Haldensleben:                    (Lüders, H. Körtge, Langer, Büttner, Ullrich, Hübner, Bohne, Mattner)                                                                          (der Verein, in dem auch ich fuhr und über den ich an anderer Stelle ausführlich berichtet habe)

 

Manche Vereine bekamen einen neuen Träger, wie z.B. Kalbe/MIlde, Wernigerode, die dann "Dynamo" hießen. Nach 1970 gab es  noch einige Neugründungen z.B. in Elbingerode, Bebertal, Uthmöden, Beyendorf  und von „Radsportstützpunkten(TZ), teilweise auf kleinen Dörfern. Es war wohl das Ziel, ohne großen  (finanziellen) Aufwand viele Talente im Kindesalter zu sichten, die dann durch gezielte Delegierung an ein Leistungs- zentrum weiter gefördert werden sollten.

Leistungsmesser im Bezirk waren die alljährlichen Bezirksmeisterschaften, bei denen sich die Magdeburger dann mit den Fahrern der vielen kleinen Vereine auseinandersetzen mussten.

 

Es folgen Ergebnisse von Bezirksmeisterschaften im Straßenfahren. Vereinzelt  liegen auch Ergebnisse vom Bahnfahren und dem Querfeldein- und Mannschaftsfahren bis 1988 vor.

 

 

Viele Rennergebnisse aus dem Bezirk Magdeburg zwischen 1956 und 1965  können unter "Historisches - Lok Haldensleben" nachgelesen werden.

Früher gab es eine ganze Reihe von Straßen- und Rundstreckenrennen, die jährlich ausgetragen wurden. Auch die Vereine im Bezirk veranstalteten solche Rennen. Ein paar alte Programmhefte aus dieser Zeit, die ich noch fand, sollen daran erinnern. Manche Vorderseiten waren sogar künstlerisch ansprechend gestaltet. Im Jahr 1963 bestand offenbar eine Papierknappheit. Einige Programme konnten nur noch mit Schreibmaschine auf "Ormig" geschrieben erstellt werden.

Termine für Kloster Cup 2017 stehen bereits fest. (siehe Aktuelles)

Anmeldung für das Rietzer EZF 2017.

 

Homepage online

Auf dieser  Internetseiten stelle ich  mein  sportliches Hobby vor und berichte über Radsportthemen im Jedermann-Bereich in und um Brandenburg a.d.Havel